Von Konkurrenz (von lat. concurrere „zusammenlaufen“) spricht man, wenn sich verschiedene Anbieter in einem Markt um Kunden bemühen.
So oder so ähnlich kann man das auch sehen, wenn zwei neue Projekte, über die ich heute schreiben möchte, “Kunden” von openstreetmap.org abjagen. In diesem Fall ist das keineswegs negativ zu verstehen.
Bei der Wikipedia gibt es de.wikipedia.org, und mittlerweile bestimmt zig Mirrors, die einfach nichts anderes machen, als auch die Artikel von der Wiki bereitzustellen; dann natürlich ohne Möglichkeit einer Änderung. Bei dem Kartenprojekt OpenStreetMap ist das ähnlich. Anders als der Name vermuten lässt, geht es bei OSM nicht direkt um die Karte, sondern um die Datenbank, die alle Geodaten speichert und die Dritte dann unter der CC-Lizenz cc-by-sa weiterverwenden können. Die Karte kann dann von jedem selbst mit den Daten aus der Datenbank gerendert werden.
Genau das macht auch der OpenStreetBrowser, der dem Nutzer zusätzlich alle möglichen bisher vorhandenen Dienste an einer Stelle anbieten möchte. Man soll alles aus einer Hand bekommen. Das zweite Projekt ermöglicht es, direkt selbst Hand anzulegen und eigene Kartenstyles zu kreieren. Doch zuerst zum OpenStreetBrowser.
OpenStreetBrowser
Als erstes fällt jemanden, der die OSM-Seite kennt, der andere Zeichenstil der OpenStreetBrowser-Karte auf. Er erinnert sehr an deutsche Karten, so werden nämlich Autobahnen rot und Bundesstraßen dunkelgelb gerendert. Selbige werden beim “offiziellen” Mapnik-Stil blau bzw. rot dargestellt.
Alles in allem wirkt der neue Stil sehr harmonisch und weiß zu gefallen.

ÖPNV-Layer im OpenStreetBrowser (Frankfurt)
Ob es nun um einen ÖPNV-Layer geht, automatisch generierte Straßenlisten von dem Ausschnitt in dem man sich befindet, oder, was wohl am interessantesten ist: Sämtliche POIs (Points of Interest) die in OSM so eingetragen sind, übersichtlich präsentiert zu bekommen. All das kann man im OpenStreetBrowser mit ein paar Klicks.
So wählt man z.B. in der Liste links aus, welche POIs angezeigt werden sollen (Bäckereien, Supermärkte, Apotheken, Aussichtspunkte, Schulen etc.) und bekommt dann eine Liste der in dem Gebiet vorhandenen angezeigt. Fährt man mit der Maus über ein bestimmtes POI, wird es in der Karte mit einem großen Kreis visualisiert. Eventuelle Zusatzinformationen gibts dann noch bei einem Klick auf das entsprechende Suchergebnis (Adresse, Öffnungszeiten, …).
Für OSM’er vielleicht nicht ganz unteressant, ist die Möglichkeit auf der Karte direkt auf Wege oder Punkte klicken zu können, um daraufhin Tagginginfos zu diesem Element zu erhalten.
CloudMade
Das zweite Projekt ist von CloudMade, der von Steve Coast, dem OSM-Initiator, mitgegründeten Firma. CloudMade stellt seit kurzem einen Dienst zur Verfügung, der bequem im Browser genutzt werden kann: die Möglichkeit den Kartenstyle selber zu modifizieren und dann live rendern zu lassen. Der eigene Style kann dann auch der Community zur Verfügung gestellt werden.
Am besten man spielt selber mal ein wenig rum und malt bunte (manchmal vielleicht nicht ganz so sehr übersichtliche) Karten.

Midnight Commander-Style bei CloudMade
Da kann ich nur den Slogan von CloudMade zitieren: Make Maps Differently!