Photovoltaik in Herrenberg 2010
Die EnBW hat vor kurzem die EEG-Anlagedaten1 für Herrenberg aktualisiert. (Datenstand 02.11.2010)
Das habe ich zum Anlass genommen ein paar Statistiken für Herrenberg anzufertigen.
Seit der Gemeindereform in Baden-Württemberg besteht Herrenberg aus der Kernstadt selbst und sieben Ortsteilen, die früher eigenständige Gemeinden waren.
Mit über 30.000 Einwohnern ist Herrenberg die viertgrößte Stadt im Landkreis Böblingen.
Installierte Leistung in Herrenberg
In Herrenberg sind am 2.11.2010 447 Anlagen zur EEG-Einspeisung registriert mit einer Gesamtleistung von gut 4 MWp.
Bei einer jährlichen Erzeugung von 1000kWh pro kWp ergibt das eine jährliche solare Gesamtproduktion von 4.000.000 kWh. Die Menge der installierten Leistung hat sich allein von 2008 bis heute verdoppelt. 2010, das Jahr der ersten zusätzlichen Kürzung der Einspeisevergütung hat dennoch (besser: gerade deswegen) soviel Zubau wie kein Jahr zuvor. Deutschlandweit wird 2010 wohl deutlich mehr neu installiert worden sein als 2009 (Prognosen rechnen mit dem Doppelten), aber offizielle Zahlen sind erst nächstes Jahr zu erwarten. Dann wird sich zeigen, wie sich die Photovoltaik in Herrenberg im Bundesvergleich entwickelt hat. Die bisherigen Zahlen von 2010 für Herrenberg sind ebenfalls nicht vollständig und bilden das letzte Quartal nur unzureichend ab.
Wie leistungsfähig ist die solare Stromerzeugung in Herrenberg?
Aber betrachten wir die vorhandenen Zahlen in Herrenberg. Mit den bereits erwähnten 4.000.000 kWh lassen sich etwa 1000 Vier-Personen-Haushalte versorgen, was bereits (ausschließlich auf die Haushalte bezogen) 13% des Herrenberger Stromverbrauchs deckt.
An einem sonnigen Sommertag stehen jedem Einwohner in Herrenberg anteilig ca. 135 Watt Photovoltaikleistung zur Verfügung. Im Schnitt beträgt die Spitzenlast an einem Sommertag in Deutschland 70 GW, also etwa 875 Watt / Einwohner. Für Herrenberg deckt die Photovoltaik zur Spitzenstunde, die passend zum maximalen solaren Ertrag mittags ist, gute 15 %. An einem Wochenende im Sommer würde der Anteil des Solarstroms wohl noch einmal deutlich höher ausfallen.
Ausblick
Würde der Zubau im bisherigen Tempo weitergehen (wie auch auf der Grafik oben zu erkennen bisher fast exponentiell), überschreitet in absehbarer Zeit an sonnigen Tagen die solare Erzeugung die Nachfrage nach Solarstrom. (Die Rechnungen sollen nur eine grobe Größenordnung aufzeigen, detaillierte regionale Zahlen zum Energieverbrauch sind mir nicht bekannt)
Daher ist es richtig jetzt den Markt etwas abzukühlen durch die relativ starken Kürzungen Mitte des Jahres (Juli und Oktober) und zum 1. Januar 2011.
Durch den Preisverfall wird die Photovoltaik überhaupt erst wettbewerbsfähig, und das jetzt auch deutlich früher, denn die Netzparität (Erzeugungskosten Solarstrom kleiner als Haushaltspreis für Strom) rückt in greifbare Nähe (evtl. schon 20122, zuvor ging man noch von 2015 aus).
Tiefer in die Daten geschaut – die Teilorte
Ich habe zusätzlich für jeden Ortsteil separat das Wachstum dargestellt und es ist erstaunlich, wie sich die einzelnen recht zackigen Wachstumskurven der Teilorte in Summe sehr schön zu einer “runden” Kurve ausgleichen.
Interessant ist zudem, dass in Gültstein und Kuppingen jeweils fast soviel PV-Leistung installiert ist wie in der Kernstadt. Die Bevölkerungsdichte in der Kernstadt ist natürlich deutlich größer, es verwundert also nicht, dass sie relativ pro Einwohner am wenigsten Leistung aufzuweisen hat, aber flächenmäßig ist sie doch deutlich größer als Gültstein oder Kuppingen, man würde also absolut schon etwas mehr erwarten. Dies verwundert umso mehr, weil in der Kernstadt allein 300 kWp, also 30% der Anlagenleistung, durch die Herrenberger Sonnendächer3 beigesteuert werden.
Überrascht hat mich die geringe Anzahl Anlagen in Affstätt, hier war 2006 (!) das Jahr maximalen Zubaus. Ein Grund könnte, zumindest zum Teil, die Flachdachbungalow-”Siedlung” sein, in der praktisch keine Photovoltaikanlage installiert ist.
Am besten machen Sie sich mit den Ausführlichen Statistiken zur Photovoltaik in Herrenberg und seinen Teilorten selbst ein Bild.





